Die GmbH in der Krise

Mit Krise meinen wir Gründe, die Sie zwingen, für Ihre GmbH einen Eröffnungsantrag wegen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung stellen zu müssen. Als Geschäftsführer sind Sie insbesondere in folgenden Fällen verpflichtet, den Antrag zur Insolvenzeröffnung zu stellen:

  • Ihre GmbH ist zahlungsunfähig oder
  • die Zahlungsunfähigkeit droht,
  • Ihre GmbH hat mindestens des Hälfte des Stammkapitals verloren oder
  • Ihre GmbH ist überschuldet. Eine Überschuldung wird grundsätzlich angenommen, wenn das Vermögen die Schulden der GmbH nicht mehr decken, es sei denn die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich.

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Reisekosten steueroptimal geltend machen

Wie Sie wissen, hat der Gesetzgeber das steuerliche Reisekostenrecht zum 1.1.2014 grundlegend reformiert. Die Finanzverwaltung hat inzwischen die neuen Regelungen in ihre Lohnsteuer-Richtlinien 2015 eingearbeitet und dabei eigene Auslegungen und Interpretationen gefunden. Wir möchten Sie über die wesentlichen Gesetzesneuerungen in einem kurzen Überblick informieren. Gleichzeitig möchten wir auf unsere umfassenden Servicedienstleistungen im Bereich der Lohnbuchführung aufmerksam mache 

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Erfolgreiche Kreditverhandlungen - Unternehmenspräsentation

Seit wenigen Jahren gelten für Banken schärfere Eigenmittel- und Liquiditätsvorschriften. Diese unter "Basel III" zusammengefassten Kapitalregelungen bedeuten für die Banken, dass diese ihre Kreditnehmer besser "durchleuchten" und für Kredite an Kunden mit schlechter Bonität ein noch größeres "Risikopolster" in Form von Eigenkapital bilden müssen.

 

Für Sie heißt das: Sie müssen bei den Kreditverhandlungen mit Ihrer Bank erfolgreicher sein als bisher. Mit der Präsentation des Jahresabschlusses allein ist es den aktuellen Marktgegebenheiten zufolge nicht mehr getan! Selbst mit einem "guten" Jahresabschluss präsentieren Sie sich Ihrer Hausbank gegenüber keinesfalls mehr als hervorragender Schuldner. Denn ungeachtet der schärferen Eigenkapitalvorschriften dürfen Kreditinstitute nach § 18 des Kreditwesengesetzes Kredite, die insgesamt 750.000 EUR oder 10 % des haftenden Eigenkapitals des Instituts überschreiten, nur gewähren, wenn der Kreditnehmer die wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere durch Vorlage der Jahresabschlüsse, offenlegt. Dies gilt nach den Grundsätzen einer ordnungsmäßigen Kreditgeschäftsführung sowohl für den Zeitpunkt der Kreditgewährung als auch während der Folgezeit der Kreditbeziehungen ("laufende Offenlegung"). Gängige Ratingverfahren wie der Standardansatz, mittels dessen die Bestimmung des Kreditrisikos mit Hilfe externer Ratingvorgabesätze bestimmt wird, und der Interne Ratingansatz, mittels dessen die Banken selbst die Risikogewichte ihrer Kreditnehmer unter Zugrundelegung von aufsichtlich vorgegebenen Risikogewichtsfunktionen ermitteln, erfordern innovative Ansätze für eine erfolgreiche Kreditbeschaffung.

 

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Entlassung, Abfindung, Entschädigung

Abfindungs- und Entschädigungsleistungen des Arbeitgebers richtig versteuern

Mussten oder müssen Sie auf Veranlassung Ihres Arbeitgebers vorzeitig aus Ihrem Arbeitsverhältnis ausscheiden? Wenn ja, dann erwarten Sie sicherlich in nächster Zeit eine Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes bzw. eine solche wurde Ihnen vielleicht bereits ausgezahlt. Diese Entschädigungsleistung müssen Sie leider mit dem Fiskus teilen, und zwar getreu des im Steuerrecht geltenden Zuflussprinzips im Jahr der Auszahlung. Handelt es sich dabei um eine höhere Summe, sollten Sie unbedingt einen Berater kontaktieren. Für die Höhe der Steuer kommt es nämlich ganz entscheidend darauf an, ob die Einmalzuwendung als Ausgleich für Einnahmeverluste bzw. den Verlust Ihrer Einnahmemöglichkeit behandelt werden kann. Denn dann profitieren Sie von einer günstigeren Besteuerungsregelung, der sog. "Fünftelregelung".

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Finanzierung / Finanzplanung im Unternehmen

 

Die Kreditvergabepolitik der Banken ist infolge der vor wenigen Jahren in Kraft getretenen neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken ("Basel III") erheblich verschärft worden. In Folge dessen dürften mittelfristig nur noch Unternehmen mit einer soliden Finanzplanung reelle Aussichten auf Kredite haben.

Unserer Erfahrung erfüllen aber die vorherrschenden Gegebenheiten nur selten die hohen Anforderungen, die von Seiten der Kreditgeber und der Wirtschaftsprüfer an eine aussagefähige Finanzplanung heute und künftig gestellt werden. Die Anhebung des Mindestanteils für das gesamte Kernkapital (ohne Puffer) auf 6 % der risikogewichteten Aktiva zwingt die Banken stärker denn je, ihre Kredit-Engagements auf Risiko zu prüfen. Die Banken verwenden zur Risikobeurteilung ihrer Kreditnehmer in der Regel ein "Rating"-Verfahren, welches u. a. von der in Jahresabschlüssen dokumentierten Unternehmenshistorie als auch von der internen Finanzplanung geprägt wird. Gerade Mittelständler, denen zur Finanzierung der Gang an die Börse verschlossen ist, und somit nur der Gang zur Hausbank bleibt, müssen sich den gestiegenen Qualitätsanforderungen bei der Erstellung und Veröffentlichung von Finanzplanungsrechenwerken stellen. Wir möchten die neuen Gegebenheiten unter "Basel III" daher zum Anlass nehmen, mit Ihnen zusammen Ihre interne Finanzplanung unter die Lupe zu nehmen. Dabei wollen wir Sie auf folgende Brennpunkte aufmerksam machen:

Komponenten der Finanzplanung

Eine Finanzplanung besteht aus der Planung des Finanzbedarfs und aus der Planung der Finanzierung. Für Ihre Finanzplanung benötigen Sie Zahlen aus Ihrer Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Ihrer Liquiditätsrechnung (auch Kapitalflussrechnung genannt). Diese 3 Komponenten sollten so miteinander verzahnt sein, dass sie ein in sich geschlossenes System bilden. Nur wenn es weder denkbar noch möglich ist, dass eines dieser Elemente (z. B. nur Ihre Gewinn- und Verlustrechnung) losgelöst von den weiteren Elementen in Ihrem Rechnungswesen erstellt werden kann, sind Sie auf der sicheren Seite. Diese Vorgehensweise dürfte Ihnen nicht fremd sein, nutzen Sie doch bereits die "doppelte Buchführung" in Ihrem betrieblichen Rechnungswesen, was durch das Zusammenwirken von Erfolgskonten in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie sämtlicher Bestandskonten in der Bilanz zu einem in sich geschlossenen System führt. Auf dieselbe Weise wollen wir auch Ihre Finanzplanung aufbauen, nur mit dem Unterschied, dass wir bei der Finanzplanung statt Ist-Zahlen Plandaten verwenden.

Planungssoftware

Haben Sie bislang Ihre Finanzplanung in Papierform erstellt? Wenn ja, dann sollten Sie sich umgehend eine geeignete Planungssoftware anschaffen, die in Ihr Rechnungswesen integriert ist. Externe, selbst erstellte Planungslösungen, etwa mit Hilfe von Microsoft-Excel, sind gefährlich, weil diese mit allerlei Planungsfehlern behaftet sein können.

Beispiele: Planen Sie losgelöst von Ihrem betrieblichen Zahlenwerk die Inlandsumsätze, vergessen Sie nur allzu leicht, dass der Bruttoumsatz liquiditätserhöhend vereinnahmt wird, nicht der kalkulierte Verkaufspreis. Entsprechendes gilt auch für den Ausgabenbereich: Wenn Sie Waren einkaufen, müssen Sie zunächst Umsatzsteuer zahlen. Des Weiteren fließt vielfach die Sollzinsbelastung nur unzureichend in die Finanzplanung ein, weil der externe Planer nur allzu oft seine Planzahlen an die konkrete Zinshistorie anknüpft und den tatsächlichen Liquiditätsabfluss, auf den es ankommt, nur in den seltensten Fällen aus der Liquiditätsrechnung und dem dort geplanten Kontokorrentstand ableitet.

Papier- und "Excel"-Planungen bergen außerdem die Gefahr von Rechen-, Formel- und Verknüpfungsfehlern. Sprechen Sie hierzu mit uns. 

Geeignete Szenariotechnik

Wichtig ist, um an den vorherigen Punkt anzuknüpfen, dass die Planungssoftware auch mehrere Szenarien simulieren und durchplanen kann. Während nämlich Ihre Buchführung auf vergangenheitsbezogenen Ist-Zahlen basiert, planen Sie mit Ihrer Finanz- und Liquiditätsplanung die Zukunft. Und diese kommt bekanntlich immer anders als geplant. Daher ist es wichtig, dass Ihre Planungssoftware ohne zeitlichen Aufwand verschiedene Szenarien darstellen kann. So müssen die Auswirkungen auf die Zielkriterien "Ertrag" und "Liquidität" sofort erkennbar sein, wenn die Umsatzsteigerungsraten zu optimistisch angesetzt waren und nach unten korrigiert werden müssen. Oder denken Sie daran, dass plötzlich Ihr Hauptlieferant seine Preise erhöht, Sie jedoch diese Preiserhöhung nicht an Ihre eigenen Kunden weitergeben können. Nur durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Planprämissen und dem Durchspielen unterschiedlicher Varianten werden Sie Ihre künftige Finanzsituation realitätsnah planen können. Wir denken dabei auch an ein "worst case"-Szenario und spielen für Sie verschiedene Gegensteuerungsmaßnahmen durch.

Dokumentation

Sind Ihre Planannahmen nur implizit in den Planzahlen enthalten, wird sich ein Außenstehender, etwa Ihr Kreditberater, schwer tun, Ihre Planung auf "Realitätsnähe" zu prüfen. Er wird dann Ihre Finanzplanung verwerfen und von vornherein infrage stellen. Die Notwendigkeit einer Dokumentation erschließt sich ferner aus der Erkenntnis, dass viele Stellschrauben die planerischen Zielkriterien – teilweise stark – beeinflussen können und deshalb die konkreten Ausprägungen der unterschiedlichen Stellschrauben begründungspflichtig sind.

Plausibilitätsprüfung

Ein Kreditgeber, der Ihre erstellte Finanzplanung mit den verschiedenen Szenarien studiert, wird sich fragen, ob Ihre Planprämissen plausibel sind. Für Plausibilitätszwecke muss Ihre Planung daher mit den historischen Verhältnissen in Abgleich gebracht werden. So ist z. B. eine geplante Wareneinsatzquote von 50 % plausibel, wenn in der Vergangenheit bereits solche Wareneinsatzquoten vorherrschend waren. Wir stimmen die einzelnen Annahmen aus den verschiedenen Szenarien auf Plausibilität ab.

Zielsetzung

Setzen und definieren Sie konkrete Ziele: Schlechte Finanzplanung ist vielfach der Ausdruck einer mangelnden strategischen Sicht. Um gut planen zu können, müssen Sie sich fragen, wie und wohin Ihr Unternehmen mit realistischer Perspektive bis zum Ende des Planungshorizonts gehen soll. Nur mit einer konkreten Zielvorstellung können Sie bzw. können wir die Bedingungen planen, die Sie als Unternehmer "in der Hand" haben, und darüber hinaus die Bedingungen abschätzen, die Ihnen von außen (Konkurrenten, Markt, Zinsniveau) aufgebürdet werden.

Rollierende Planung

Eine Finanzplanung muss wie jede Planung auch neuen Gegebenheiten laufend angepasst werden (rollierende Planung). In solchen Fällen sprechen wir aus Erfahrung, dass Altversionen erhalten und entsprechend archiviert werden sollten. Ihrem Kreditsachbearbeiter wird es aus Vergleichbarkeitsgründen wichtig sein, zu einem bestimmten Zeitpunkt einen definierten Planungsstand mit einem bestimmten Planungshorizont zur Verfügung zu haben.

 

Bitte überdenken Sie diese Informationen und sprechen Sie mit uns. Die Würdigung der Zukunftsentwicklung Ihres Unternehmens wird – v. a. aus Sicht eines Kreditgebers – weiter zunehmen. Ohne ausreichende und solide Planung wird Ihre Kreditwürdigkeit bei Ihrer Bank mehr denn je künftig infrage stehen. Damit schwinden selbstverständlich auch Ihre Chancen auf eine positive Kreditentscheidung. Zwar mag eine solide Finanzplanung zunächst Geld kosten und ein fundierter Planungsprozess wird mehr Zeit in Anspruch nehmen. Langfristig gesehen wird diesen Mehrkosten aber eine Senkung von Finanzierungskosten gegenüberstehen, womit die Planungsaufwendungen mehr als kompensiert werden dürften, ganz abgesehen von der Vermeidung eines "worst case"-Szenarios im Fall plötzlicher Illiquidität (Ruin im privaten Vermögensbereich sowie eine "Stigmatisierung" Ihrer Person als "gescheiterte Existenz").

 

Niggemann Steuerberatung